Kleines Sommerferienprogramm

In den Sommerferien bietet der Arbeitskreis Asyl zwei extra Veranstaltungen an und möchte vor allem die Kinder herzlich dazu einladen:

1. Ein besonderes Café International mit Spielgeräten
am Mittwoch, den 27.7., 16 bis 18 Uhr im Gemeindehaus Heilig-Geist.


2. Ausflug zum Spiel- und Grillplatz auf dem kleinen Heuberg
am Mittwoch, den 2.8.
Treffpunkt: 14 Uhr an der Beckstr. 5 (Gemeinschaftsunterkunft). Von dort gehen wir gemeinsam zum Spielplatz (ca. 2 km).
Wer kann mit? Jugendliche und Kinder in Begleltung von Erwachsenen.
Wichtig! Bitte Kleidung anziehen, die schmutzig werden kann! Bei Regenwetter verschieben wir den Ausflug auf den 9.8.
Getränke sind vorhanden, jeder sollte bitte sein Vesper oder etwas zum Grillen mitbringen.
Wir bitten um Anmeldung, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Anmeldung bei Caritas, Diakonie oder direkt beim Arbeitskreis Asyl per E-Mail an akasylbalingen@gmx.de.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer bei beiden Veranstaltungen!


Café International

Aus unserem "Café Asyl" wurde das "Café International"! Es findet immer mittwochs, 16 bis 18 Uhr, im katholischen Gemeindehaus Heilig Geist statt. Einheimische, Geflüchtete, Zugewanderte, Gäste, Helfer ... alle sind herzlich eingeladen, sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee zu treffen, auszutauschen, zur Ruhe zu kommen, eine Partie Schach oder Memory zu spielen ...


Markantes Kunstwerk geht auf eine         neue Reise

Frieden, Liebe, Gemeinschaft und Hoffnung sind die Botschaft der Skulptur, die nun zurück nach Korb kehrt.

Nicht zu übersehen war die kreuzförmig angeordnete Skulptur auf der Freifläche vor dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit inmitten der Stadt. Seit kurzem nun fehlt das „Kunstwerk auf Reisen“: Es geht gemäß seiner Bestimmung auf eine neue Reise.

Viele Balinger Bürgerinnen und Bürger sowie die zahlreichen Gäste der Stadt haben immer wieder einen Blick darauf geworfen und die im Porenbeton eingemeißelten Symbole und Schriftzeichen auf sich wirken lassen. Auch gingen täglich Geflüchtete aus der Gemeinschaftsunterkunft auf ihrem Weg in die Stadt an der Skulptur vorbei, die darin ihre Empfindungen zum Ausdruck gebracht sahen.

Frieden, Liebe, Gemeinschaft und Hoffnung waren die zentralen Botschaften des fast drei Meter hohen und über zwei Tonnen schweren Werkes. In einem gemeinsamen Kunstprojekt von Geflüchteten und Einheimischen war die Skulptur in Korb (Rems-Murr-Kreis) unter Leitung von Ruth Messer und Jo Nagel für den dortigen Skulpturenrundweg der „Köpfe am Korber Kopf“ entstanden. Nach einem ersten Ausstellungsjahr an ihrem Entstehungsort wurde die Skulptur Teil einer Kunstausstellung zu „Flucht und Ankunft“ im Kunstschloss Kiss in Abtsgmünd.

Von dort aus hat es seine Reise nach Balingen angetreten und war im Juni 2019 im Rahmen einer vom Arbeitskreis Asyl Balingen und der Stadt Balingen organisierten Vernissage am Standort vor der Agentur für Arbeit begrüßt worden. Geflüchtete und Mitglieder des Freundeskreises Korb waren dazu ebenfalls nach Balingen gekommen, diese werden nun das Kunstwerk in der Remstalgemeinde wieder in Empfang nehmen.

Zunächst bekommt der „Strahlenkopf“ aber einen regensicheren Unterstand und wird wieder aufgefrischt. Sein endgültiger Standort soll später auf der Wiese vor der katholischen Kirche in Korb sein. „Frieden, Liebe, Gemeinschaft, Hoffnung – wenn davon gemeinsam für Geflüchtete und Einheimische etwas wahr wird, schätzen wir uns glücklich“, sagt Erwin Feucht, Koordinator des Arbeitskreises Asyl und Integration Balingen. „Wir freuen uns, dass in mehr als zwei Jahren viele Menschen sich mit diesem Gemeinschaftswerk und damit mit dem Thema Flucht und den damit verbundenen Hoffnungen auseinandergesetzt haben.“

Die Stadt Balingen und der Arbeitskreis Asyl bedanken sich für die lange Leihgabe und wünschen dem Kunstwerk eine noch lange und gute Weiterreise. Am 22. November haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofes die Skulptur auf einen Anhänger verfrachtet und wieder zurück nach Korb transportiert.

 

(Quelle: Zollern-Alb-Kurier, 30.11.2021)


Land in Sicht? Arbeitskreis Asyl in Balingen ruft Bürger zur Unterstützung für „Sicheren Hafen“ auf

Die Crew der Sea-Watch 3 rettete am 4. Januar 2019 insgesamt 32 Flüchtlinge vor der Küste Maltas. © Chris Grodotzki / Sea-Watch.org

Der Balinger Arbeitskreis Asyl hält trotz Ablehnung durch die Kreistagsmehrheit an der „Sicherer Hafen“-Idee fest. Erwin Feucht schließt ein Bürgerbegehren nicht aus. Von Lea Irion

 

Vor fast genau fünf Jahren lag er da, tot am Strand. Rotes Shirt, blaue Hose, das Gesicht leicht im Sand vergraben. Stunden zuvor war er mit seiner Familie und einem hoffnungslos überfüllten Gummiboot im Mittelmeer untergegangen und ertrunken. Das Foto des dreijährigen Alan Kurdi, dem toten Flüchtlingskind an der türkischen Mittelmeerküste, ging um die ganze Welt.

 

Als „vorhersehbare Katastrophe“ betitelt Erwin Feucht vom Arbeitskreis Asyl in Balingen heute die Zustände einiger Flüchtlingscamps der europäischen Brennpunkte Italien, Spanien, Griechenland.

Das Bild des toten Flüchtlingskindes aus 2015 stünde dabei sinnbildlich für die aus seiner Sicht unzureichende humanitäre Hilfe seitens europäischer Länder. Diese Hilfe wollen Feucht und der Arbeitskreis Asyl auf kommunaler Ebene anbieten – als sogenannter „Sicherer Hafen“ für Flüchtlinge. Dabei ist der Vorstoß kein neuer.

 

Die Vorgeschichte des Hafens

Schon im März schrieb Balingens katholischer Pfarrer Wolfgang Braun, der auch zum Arbeitskreis Asyl gehört, einen Brief an Landrat Günther-Martin Pauli und die Vorsitzenden der Fraktionen des Kreistags. Darin betont er: „Es wäre keine sachfremde Aktion mit ungewissem Ausgang, sondern eine definierbare und machbare humanitäre und christliche Herausforderung für unseren Landkreis.“

Hinter der Initiative Sicherer Hafen steckt im Prinzip die freiwillige Verpflichtung einer Kommune, die Seenotrettung aktiv zu befürworten. Auf der Website der Aktion steht hierzu: „Sichere Häfen fordern im Namen ihrer Bürger die Entkriminalisierung der Seenotrettung und neue staatliche Rettungsmissionen.“

Sichere Häfen sollen sich zudem für neue Programme zur legalen Aufnahme geflüchteter Menschen stark machen – und selbst mehr Kompetenzen fordern, um auch eigenständig Menschen helfen zu können. Sie sollen „deutlich“ signalisieren, dass sie bereit sind, mehr Menschen als bisher aufzunehmen.

 

Die Resonanz auf den Brief von Pfarrer Braun fiel seinerzeit aber eher ablehnend aus – für ihre Gemeinderatsfraktionen lehnten Reinhold Schäfer (Freie Wähler), Helmut Reitemann (CDU) und Dr. Dietmar Foth (FDP) den Vorstoß des Arbeitskreises ab. Der O-Ton dabei: Ein Sicherer Hafen würde nur wenig Sinn machen, da es schlichtweg „Symbolpolitik“ sei und die eigentlichen Akteure in der Flüchtlingspolitik die Länder und der Bund seien.

 

„Wir haben kein allgemeinpolitisches Mandat und sollten nicht anfangen, hier aus vermeintlich moralischer Not von klarer Kompetenzverteilung abzuweichen“, schrieb beispielsweise Dr. Dietmar Foth in seiner Antwort. Kreistage und Gemeinderäte seien schlichtweg nicht die richtige Adresse.

Foth beruft sich hierbei auch auf Artikel 28 des Grundgesetzes. „Die Gemeinde darf über allgemeinpolitische Themen nicht entscheiden und sich hierzu auch nicht äußern. Es fehlt beim Thema Sicherer Hafen ein spezifischer örtlicher Bezug“, formuliert der Kreisrat aus.

 

Sein Kollege Reinhold Schäfer schließt sich dieser Auffassung in seinem Antwortbrief an. „Unseren kommunalen Gremien fehlt die Zuständigkeit für eine direkte Aufnahme von Flüchtlingen, und diese Gremien sind somit nicht der richtige Adressat für Ihr Anliegen“, schrieb Schäfer. Man müsse die Aufgabentrennung zwischen Bund, Land und Kommune berücksichtigen.

„Die Erklärung des Zollernalbkreises zu einem Sicheren Hafen hat de facto keine Wirkung, denn ob Flüchtlinge aufgenommen werden oder nicht, entscheiden nicht die hiesigen Städte, Gemeinden oder Landkreise, sondern die Europäische Union und die Bundesregierung“, antwortete Helmut Reitemann im Namen seiner Partei. Der Zollernalbkreis sei jedoch bisher immer bereit gewesen, Flüchtlinge aufzunehmen und werde dies auch in Zukunft „sehr gerne“ sein.

 

Arbeitskreis-Asyl-Sprecher Erwin Feucht hat Verständnis für diese formaljuristische Argumentation. „Aber es auf andere Ebenen zu schieben, bringt ja auch nichts“, sagt er. Er ist es zudem leid, sein Anliegen immer wieder aufs Neue auszuformulieren. „Die Fakten liegen eigentlich auf dem Tisch, ich muss nicht ständig erklären, warum man humanitäre Hilfe leisten sollte“, sagt er.

Feucht erklärt sich die ablehnende Haltung anderer Fraktionen unter anderem mit einer gewissen Angst: „Viele fürchten sicherlich die Keule der AfD, wenn der Landkreis das Signal sendet, dass man offen für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ist.“ Davor schreckt der Arbeitskreis Asyl jedoch nicht zurück. Erwin Feucht als Sprecher des Arbeitskreises bittet fortan um die Unterstützung der Bürger, Vereine oder Institutionen, die die Initiative auch unterstützen. „Ich maße mir kein Bürgerbegehren an, aber wenn es notwendig wird, ist es so“, sagt Feucht.

 

Dass der „Sichere-Hafen“-Vorstoß des Arbeitskreises auf breite Ablehnung im Gemeinderat und Kreistag stößt, ist für Feucht unverständlich. Er beruft sich hierbei besonders auf Landrat Pauli, der während der Flüchtlingskrise „mit Engagement und Herz vorausgegangen“ sei. Pauli sei einer, „der dahintersteht“.

 

Auf Anfrage hieß es gestern aus dem Landratsamt auch mit Verweis auf die LEA in Meßstetten und das Engagement des Landkreises für ein Schulprojekt in einem Flüchtlingslager im türkisch-syrischen Grenzgebiet: „Der Zollernalbkreis wird selbstverständlich im Rahmen seiner Möglichkeiten geflüchtete Menschen aufnehmen.“ Ganz aktuell habe sich der Landkreis gegenüber dem Ministerium für Soziales und Integration bereiterklärt, kurzfristig bis zu zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen.

 

Bei der Initiative „Sicherer Hafen“ jedoch fehle ein spezifischer örtlicher Bezug. „Der Kreistag ist nicht das richtige Gremium, um allgemeinpolitische Fragen zu entscheiden.“ Hier bedarf es dringend einer Klärung auf EU- und Bundesebene, so Pressesprecherin Marisa Hahn.

 

Wie man helfen kann

Wer den Arbeitskreis Asyl unterstützen möchte, kann eine Mail an ak-asyl-balingen@mail.de oder einen Brief an die Benzstraße 3 in Balingen senden. „Aus diesem Unterstützerpool heraus werden dann weitere Aktionen kommen“, blickt Feucht in die Zukunft. Am Ende gehe es nicht um die Symbolik, sondern „schlicht und ergreifend um das Leben von Menschen“.

Viele fürchten sicherlich die Keule der AfD.

Erwin Feucht

Sprecher Arbeitskreis Asyl

 

(Pressemitteilung vom 23.09.2020 / Erwin Feucht)



Um Spenden wird gebeten

Für die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge suchen wir:

- Kinderwagen

- Fahrräder und Fahrradhelme

- Schulsachen (Schulranzen, Rucksäcke, Mäppchen, Stifte, Hefte ...)

- Geschirr (Teller, Tassen, Töpfe, Besteck, Gläser ...)

- Bettwäsche

- Handtücher

 

Spenden können zu den Büroöffnungszeiten in der Beckstraße 5 abgegeben werden:

- Montag bis Freitag von 9.30 bis 11.30 Uhr

- Montag bis Donnerstag von 14 bis 15.30 Uhr

oder nach telefonischer Absprache:

- Caritasverband für das Dekanat Zollern e.V. Telefon 07433 26 00 784

- Heimleiter Wolfgang Wahl, Landratsamt, Telefon 07433 92 13 62