"Das letzte Mahl" - ein beeindruckender Filmabend

 

Der 30. Januar 1933 war ein schöner Wintertag. Und der Auftakt zum größten Verbrechen der Menschheit“, erinnerte Artur Egle-Theurer, vom evangelischen Bildungswerk Balingen und Sulz, das gemeinsam mit der katholischen Erwachsenenbildung Zollernalbkreis und dem Arbeitskreis Asyl den Abend veranstaltete.

 

An diesem 30. Januar 1933 spielt der Film „Das letzte Mahl“. Die deutsch-jüdische Familie Glickstein kommt abends zum Geburtstagsessen des Opas zusammen. Schnell drehen sich die Gespräche nur noch um die politische Großwetterlage. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich der Alte auf den Trommler einlässt“, findet der Vater Aaron Glickstein (Bruno Eyron), der zwar die kommende Gefahr sieht, aber glaubt, dass die „Witzfigur Hitler“ nur eine zeitlich befristete Erscheinung ist.

 

Anders empfindet das sein Sohn Michael (Patrick Mölleken). „Die NSDAP und Hitler sagen, was die meisten Bürger denken, sie nehmen kein Blatt vor den Mund“, erklärt er. „Die Leute scheinen verrückt geworden zu sein“, sagt seine 19-jährige Schwester Leah (Mira Elisa Goeres). Sie möchte nach Palästina auswanden.

 

Die älteren Mitglieder der Familie fühlen sich hingegen in die deutsche Gesellschaft integriert. Man gibt sich patriotisch, hat das Vaterland im Ersten Weltkrieg verteidigt.

 

Aussagen, die so oder so ähnlich auch heute wieder beim Abendessen ausgesprochen werden könnten, findet die jüdische Künstlerin und Autorin Mina Gampel, die im Anschluss an den Film sprach. „Nach allem, was passiert ist, ist es erschreckend zu hören, was die AfD sagt. Man bekommt Gänsehaut, wenn man hört, dass der Nationalsozialismus ein ‚Vogelschiss‘ sei“, sagte die 78-Jährige. Sie fühle sich hier wohl, sei aber auch beunruhigt.

 

Mina Gampel wurde 1940 in Weißrussland geboren. Es folgten die Stationen Polen und Israel. Seit 50 Jahren wohnt sie nun in Deutschland. „Balingen war meine erste Heimat in Deutschland“, erzählte Mina Gampel. Sie habe zwei Jahre lang das Café Europa in Frommern geleitet, danach zog sie nach Stuttgart.

 

Als die Kinder aus dem Haus waren, erfüllte sie sich einen Lebenstraum und fing zu malen und zu schreiben an. Es entstand ihre Biografie „Mein Leben in vier Welten“. Ihre gemalten Werke stellt sie unter anderem ab dem 22. September in der alten Synagoge in Hechingen aus.

 

Man muss verhindern, dass so etwas noch mal passiert“, erklärte Mina Gampel. Sie wünsche sich mehr Veranstaltungen wie diesen Filmabend. Man müsse das Gespräch suchen.

 

Das macht das „Stuttgarter Lehrhaus – Stiftung für interreligiösen Dialog“ und dessen Vorsitzender Karl-Hermann Blickle. Die Veranstaltungen der Stiftung haben das Ziel, dass Juden, Christen und Muslime nicht übereinander, sondern vielmehr miteinander reden.

 

Seit 1933 habe sich viel getan, so Karl-Hermann Blickle. „Ich hoffe, wir sind heute gegen den Ungeist etwas besser gerüstet“, sagte er. Doch der Teufel komme in der Geschichte nicht im gleichen Gewand. (...)

(Quelle: ZAK vom 4.2.2019)

 

 


Statt dem Nikolaus kam Murksi ins Café Asyl

 

Eine große Kinderschar in Begleitung von Mama und Papa staunte am 05.12.2018 über den kleinen Außerirdischen Murksi, der zu Besuch ins Café Asyl kam.

 

Zuerst ging es im Café Asyl mit Saft, Tee, Kaffee und Weihnachtsgebäck hoch her. Anschließend begeisterte das Puppentheater s’Traumkischtle mit dem Theaterstück „Murksis Irrflug“. Dabei handelt es sich um ein kleines Wesen, das versehentlich auf der Erde gelandet war. Seine Andersartigkeit machte die Erdenkinder zunächst recht ängstlich, doch rasch freundeten sie sich an, zeigten sich untereinander liebenswürdig und hilfsbereit. Murksi heilte die Schnittverletzung des kleinen Paul und mit Hilfe der Kinder konnte Murksi auch wieder nach Hause zurückkehren, denn – wer hätte das gedacht – sein Raumschiff wird durch Abfall angetrieben.

Nach dem Theaterstück durften die Kinder noch ein kleines Geschenk mitnehmen.

Unterstützt wurde diese Veranstaltung des Arbeitskreises Asyl Balingen durch das Projekt "Gemeinsam in Vielfalt", das Ministerium für Soziales und Integration und das Landratsamt.

(Berthild Fechner / AK Asyl)


Die Interkulturelle Woche 2018: Impressionen vom Café Asyl


Rundum gelungen: Das Sommerfest 2018

 

Schon von weitem wehen einem die Düfte unbekannter Gerichte entgegen. Tritt man näher an die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Beckstraße, kommen einem spielende Kinder, lachende Gesichter und afrikanische Musik entgegen. Bereits zum fünften Mal lud der Arbeitskreis Asyl Balingen am Samstag zu seinem Sommerfest ein.

 

„Begonnen haben wir vor fünf Jahren mit einem Willkommensfest", sagte die Organisatorin Claudia Schmid. "Danach haben wir uns entschlossen, es als Sommerfest weiter zu veranstalten", fügte Felix Jetter, ebenfalls Organisator, hinzu.

 

Fragt man die beiden nach dem Grund, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: Man wolle die unterschiedlichen Kulturen und deren Essen kennenlernen. Genau aus diesem Grund brachte jeder der Gäste ein landestypisches Gericht mit, das am Buffet angeboten wurde.

 

Gegen Nachmittag trat die Trommelgrupppe "Kalahari" auf, die traditionelle westafrikanische Rhythmen spielte. "Da kann selbst der Letzte nicht mehr ruhig sitzen bleiben. Da muss man mittanzen", so Felix Jetter lachend.

 

Auch für die Kinder gab es ein spezielles Programm. Sie konnten sich schminken lassen, mit dem Straßenspielzeug auf der abgesperrten Straße spielen oder ein Bild malen. "Das Besondere ist, das wir auch unsere Nachbarschaft einladen. Ansonsten darf natürlich jeder kommen, der will", betont Claudia Schmid. Rund 100 Gäste waren am Samstag dabei. Darunter waren auch der katholische Pfarrer Wolfgang Braun und Bürgermeister Reinhold Schäfer.

 

(Quelle: Schwarzwälder Bote vom 10.9.2018)


Ein toller Nachmittag!

 

Strahlender Sonnenschein und hohe Temperaturen waren die besten Voraussetzungen, um am 4. August mit bloßen Füßen den Barfußpfad in Tieringen zu erkunden.

 

Eine muntere Gruppe von Kindern aus geflüchteten Familien wagten mit den Begleiterinnen vom Arbeitskreis Asyl Balingen das Abenteuer und erspürten, wie es sich auf Glasscherben, Kieseln, Sand oder Waldboden gehen lässt. Besonders willkommen bei der Hitze war das Spazieren in der kühlen Schlichem oder durch das Matschloch. „Vorsicht! Rutschig!“ oder „Achtung! Heiß!“ tönte es immer wieder aus der Gruppe und selbst die Kleinsten hatten ihren Spaß und wollten wiederholt umkehren, um die Füße erneut zu kühlen. Mit viel Gelächter und gegenseitigem nass Spritzen wurden zum Abschluss die Füße wieder sauber geschrubbt.

 

Dann ging es ins Feriendorf, um am offenen Feuer Würstchen zu grillen, zu spielen und herumzutollen. Hans Wick danken wir herzlich, dass er uns diesen schönen Nachmittag ermöglicht hat.

 

Bei der Fahrt zurück nach Balingen waren sich alle einig: „Das war toll!“

 

(Berthild Fechner / AK Asyl)

 



Um Spenden wird gebeten

Für die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge suchen wir:

- Kinderwagen

- Fahrräder und Fahrradhelme

- Schulsachen (Schulranzen, Rucksäcke, Mäppchen, Stifte, Hefte ...)

- Geschirr (Teller, Tassen, Töpfe, Besteck, Gläser ...)

- Bettwäsche

- Handtücher

 

Spenden können zu den Büroöffnungszeiten in der Beckstraße 5 abgegeben werden:

- Montag bis Freitag von 9.30 bis 11.30 Uhr

- Montag bis Donnerstag von 14 bis 15.30 Uhr

oder nach telefonischer Absprache:

- Caritasverband für das Dekanat Zollern e.V. Telefon 07433 26 00 784

- Heimleiter Wolfgang Wahl, Landratsamt, Telefon 07433 92 13 62